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Hugo Kuekelhaus (1900 - 1984)Logobögen

Hugo Kükelhaus

"Was uns erschöpft, ist die Nichtinanspruchnahme der Möglichkeiten unserer Organe und unserer Sinne, ist ihre Ausschaltung, Unterdrückung ... Was aufbaut, ist Entfaltung. Entfaltung durch die Auseinandersetzung mit einer mich im Ganzen herausfordernden Welt."
(Hugo Kükelhaus)

 

Hugo Kükelhaus verlebte nach seinem humanistischen Abitur seine Lehr- und Wanderjahre als Tischler und Zimmermann in Deutschland, Skandinavien und im Baltikum. Im Anschluss daran studierte er Soziologie, Philosophie und Logik in Heidelberg, Königsberg und Münster.

Hieran anschließend arbeitete er freiberuflich als Redakteur, Entwerfer, Grafiker, Maler und Plastiker. Seit Ausbruch des Krieges 1939 bis zum Kriegsende war er Pioniersoldat und als solcher zeitweise abgestellt zur handwerklichen Schulung körperbehinderter Verwundeter in Lazaretten und Genesungsheimen. Von 1941-43 wurde er freigestellt für die Einrichtung von Ämtern der Landesbau- und Handwerkspflege.

In enger Zusammenarbeit mit Fritz Dietlof Graf von Schulenberg engagierte er sich als aktives Mitglied in Widerstandsgruppen. Nach Kriegsende wurde er freiberuflich tätig im Kulturbereich des ostzonalen Handwerks (Leipziger Messe).

Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne

1950-53 lehrte er als Leiter des Grundsemesters an der Werkkunstschule Münster in Westfalen. Von 1954 an war er freiberuflicher Schriftsteller, Pädagoge, Philosoph, Architekt und Künstler.

Er untersuchte experimentell die vielfältigen Beziehungen zwischen Umwelt und Sinnesorganen, um so eine somatisch fundierte, im Vegetativen begründete Methode zur Erweckung, Förderung und Differenzierung der Erlebens-Fähigkeiten zu ermitteln. Diese Untersuchungen führten ihn zu "einer konkreten Methode, die schulisch betriebenen Lernprozesse des Kindes systematisch in Verbindung und Korrespondenz mit physikalischen und physiologischen Regel-Erscheinungen [...] durch körperlichen Spielumfang zu entwickeln."

Er konstruierte 32 Spielgeräte für Schulen der Stadt Dortmund und führte einen Teil dieser Geräte auf der Expo 1967 in Montreal vor.

Was als "Naturkundliches Spielwerk" begann, reiste später als "Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne" durch viele Städte.

Wer diesen Sinnes-Parcours durchwandert, entfaltet nicht nur seine dominanten Sinne Auge und Ohr, sondern erfährt sich selbst über das Riechen und Schmecken, das Tasten und den Gleichgewichtssinn. Selbst wenn es um das reine Hören zu gehen scheint, so ist der gesamte Körper mit einbezogen. Niemand kann sich den Vibrationsempfindungen entziehen, wenn der große Gong angeschlagen wird. Wie überrascht ist so mancher Besucher über seine Empfindungen, wenn er mit bloßen Füßen (und evtl. noch mit geschlossenen Augen) über Kieselsteine, Sand, Holzstangen, durch Matsch oder Gras läuft, und wenn er mit wachsender Spannung in die großen Krüge greift und dort - ohne etwas zu sehen - verschiedene Naturmaterialien (Steine, Wolle, Kastanien, Lehm...) vorfindet. Beim Gang von Station zu Station öffnen sich die Sinne immer mehr.

Lernen mit allen Sinnen

Hugo Kükelhaus gelingt es, unsere Sinne zu erfrischen und im gleichen Zuge unseren gesamten Organismus anzusprechen: "Das Auge sieht, das Ohr hört, die Nase riecht, die Haut fühlt, die Finger tasten, der Fuß (ver-) steht, die Hand (be-)greift, das Gehirn denkt, die Lunge atmet, das Blut pulst, der Körper schwingt [...]".
(Aus dem handschriftlichen Lebenslauf von Hugo Kükelhaus, 1970)

Immer wieder beschäftigte sich Hugo Kükelhaus mit dem Kind und seiner Entwicklung. Er stellte schon in den 30er Jahren die bis heute beliebten Greiflinge für Säuglinge her.

Den älteren Kindern gestaltete er später Schulhöfe, in denen die Phantasie und Entdeckungsfreude der Schüler erhalten und gefördert werden. Damit stand er über viele Jahre hinweg dem gängigen Trend der asphaltierten Schulplätze und der monotonen Schulgebäude entgegen. (Kükelhaus spricht von "unmenschlicher Architektur".)

 "Leben ist ein fortwährendes Üben."

Hugo Kükelhaus


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